• {{label}}

Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen bei Errichtung eines Neubaus

Kann die Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen auch bei der Errichtung eines Neubaus in Anspruch genommen werden? Mit dieser Frage hat sich aktuell das Finanzgericht Berlin Brandenburg befasst.
element_image

Kann die Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen auch bei der Errichtung eines Neubaus in Anspruch genommen werden? Mit dieser Frage hat sich aktuell das Finanzgericht Berlin Brandenburg befasst. 

Um die Steuerermäßigung in Anspruch nehmen zu können, muss es sich bei den Handwerkerleistungen um Renovierungs-, Erhaltungs- oder Modernisierungsmaßnahmen handeln. Sind die Voraussetzungen erfüllt, ermäßigt sich die tarifliche Einkommensteuer auf Antrag um 20 Prozent des Lohnanteils der Aufwendungen, höchstens jedoch um 1.200 Euro im Jahr. 



Typische Handwerkerleistungen sind zum Beispiel: 

 

  • Arbeiten an Innen- und Außenwänden,
  • Arbeiten am Dach, an der Fassade, an Garagen,
  • Reparatur von Fenstern,
  • Malerarbeiten,
  • Reparatur oder Austausch von Bodenbelägen,
  • Pflasterarbeiten usw.

Im Streitfall wollten die Kläger Aufwendungen für eine erstmalige Pflasterung der Einfahrt bzw. der Terrasse sowie für die Anbringung des Außenputzes an einem Neubau steuerlich geltend machen. Das Finanzamt lehnte die Steuerermäßigung mit der Begründung ab, dass es sich bei den Maßnahmen nicht um Renovierungs-, Erhaltungs- oder Modernisierungsmaßnahmen handelte, sondern Herstellungskosten für die Errichtung des Neubaus darstellten. Auch die Klage vor dem Finanzgericht blieb erfolglos. 

Steuerbegünstigte Handwerkerleistungen liegen nur vor, wenn sie im räumlichen Bereich eines bereits vorhandenen Haushalts erbracht werden. Damit können Handwerkerleistungen, die die Errichtung eines Haushalts, also einen Neubau betreffen, nicht steuerlich abgezogen werden. 

Nach Ansicht des Finanzgerichts Berlin Brandenburg waren die Aufwendungen im Fall der Kläger der Errichtung des Neubaus zuzuordnen. Eine Neubaumaßnahme sei nicht abgeschlossen, indem der Bauherr die Nutzung aufnimmt (Einzug in das Haus) und dadurch einen Haushalt begründet. Vielmehr ist zu prüfen, ob die jeweilige Maßnahme noch in engem zeitlichen und sachlichen Zusammenhang mit der Errichtung des Gebäudes steht oder nicht. 

07.11.2018
Zum Seitenanfang
Diese Webseite verwendet Cookies und das Analyseprogramm Matomo, um Ihnen den bestmöglichen Service zu gewährleisten. Durch die Nutzung unserer Seiten erklären Sie sich damit einverstanden. Eine Widerspruchsmöglichkeit finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.