Eckpunkte für ein Inflationsausgleichsgesetz

Bundesfinanzminister Christian Lindner hat am 10. August 2022 die Eckpunkte für ein Inflationsausgleichsgesetz vorgestellt. Damit sollen inflationsbedingte steuerliche Mehrbelastungen ausgeglichen werden, indem die Steuerlast an die Inflation angepasst wird. Wir verraten, was das Inflationsausgleichsgesetz beinhalten soll.

Von den vom Bundesfinanzminister vorgeschlagenen Verbesserungen profitieren rund 48 Millionen steuerpflichtige Bürger, Arbeitnehmer, Rentner, Selbstständige sowie Unternehmer. Bewusst ausgenommen davon sind jedoch besonders hohe Einkommen, für die der »Reichensteuersatz« von 45 Prozent greift.

Mit den Änderungen durch das Inflationsausgleichsgesetz sollen nicht nur steuerliche Mehrbelastungen vermieden werden. Für zahlreiche Menschen bedeutet es auch weniger Verwaltungsaufwand: Für mehr als 270.000 Bürger würde damit beispielsweise auch die Pflicht zur Abgabe einer Steuererklärung wegfallen. Das würde unter anderem rund 75.000 Rentner betreffen.

Inflationsausgleichsgesetz: Welche Änderungen sind geplant?

Der Gesetzesentwurf zielt auf diverse Bereiche ab. Welche das sind und welche Änderung detailliert vorgesehen werden, erläutern wir im Folgenden.

Höherer Grundfreibetrag:

  • Zum 1. Januar 2023 ist eine Anhebung um 285 Euro auf 10.632 Euro vorgesehen.
  • Für 2024 ist eine weitere Anhebung um 300 Euro auf 10.932 Euro vorgeschlagen.

Kalte Progression ausgleichen:

Die »Tarifeckwerte« werden entsprechend der erwarteten Inflation nach rechts verschoben. Das heißt, der Spitzensteuersatz soll 2023 bei 61.972 Euro statt bisher 58.597 Euro greifen, 2024 soll er ab 63.515 Euro beginnen.

So kommen trotz steigender Inflation höhere Einkommen auch tatsächlich bei den Bürgern an und der Effekt der kalten Progression wird somit ausgeglichen. Besonders hohe Einkommen (»Reichensteuersatz«) ab 277.826 Euro sind ausdrücklich von dieser Anpassung ausgenommen.

Im Durchschnitt sollen Arbeitnehmer dadurch im nächsten Jahr 193 Euro mehr netto haben als in diesem Jahr, wenn sich ihr Einkommen nicht ändert.

Unterstützung von Familien:

  • Der Kinderfreibetrag soll schrittweise für jeden Elternteil von 2022 bis 2024 um insgesamt 264 Euro erhöht werden. Somit beträgt im Jahr 2022 der Kinderfreibetrag 2.810 Euro, im Jahr 2023 dann 2.880 Euro und im Jahr 2024 schließlich 2.994 Euro.
  • Das Kindergeld wird in den Jahren 2023 bis 2024 schrittweise erhöht:
    Ab dem 1. Januar 2023 Erhöhung für das erste und zweite Kind um 8 Euro auf 227 Euro, für das dritte Kind Erhöhung um 2 Euro auf 227 Euro und für das vierte und jedes weitere Kind weiterhin 250 Euro.
    Ab dem 1. Januar 2024 beträgt es monatlich für das erste, zweite und dritte Kind einheitlich 233 Euro, für das vierte und jedes weitere Kind 250 Euro. Die Erhöhung des Kindergeldes gilt auch für einkommensschwache Familien, welche keine Einkommensteuer zahlen.

Anhebung des Unterhalthöchstbetrags:

Der Unterhalthöchstbetrag für 2022 wird von 9.984 Euro auf 10.347 Euro angehoben. Er ist somit an die Höhe des Grundfreibetrages gekoppelt, welcher 10.632 Euro im Jahr 2023 beziehungsweise 10.932 Euro im Jahr 2024 betragen wird.

So können Mehrkosten, die etwa für Berufsausbildung oder Unterhalt für eine unterhaltsberechtigte Person anfallen, steuerlich geltend gemacht werden.

11.08.2022
Michael Volkhausen

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