Digitaler Nachlass: Was geschieht im Ernstfall mit persönlichen Daten im Netz?

Jeder Mensch hinterlässt unzählige persönliche Daten im Internet. Kaum jemand macht sich jedoch Gedanken, was im Ernstfall mit E-Mails, Chats und Dokumenten passiert.
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Regelmäßig werden für den Todesfall Testamente erstellt, durch die Vermögenswerte zielgerichtet auf nachfolgende Generationen übertragen werden. Auch für den Fall der Handlungsunfähigkeit zu Lebzeiten wird Vorsorge für verschiedenste Situationen getroffen. Kaum jemand befasst sich damit, was mit dem »Gold des 21. Jahrhunderts« geschieht, also den Daten, die sich im Lauf des Lebens auf digitalen Konten wie E-Mail-Accounts, Facebook oder auch Cloud-Diensten angesammelt haben.

Diese verbleiben nach dem Tod eines Kunden bei dem jeweiligen Anbieter. Deshalb ist es wichtig, auch für diesen Fall Regelungen zu treffen. Zu diesem Zweck sollte man bereits zu Lebzeiten eine Übersicht sämtlicher Accounts mit den zugehörigen Benutzernamen und Kennwörtern anfertigen. Diese muss an einem sicheren Ort, zum Beispiel im Tresor oder beim Notar, aufbewahrt werden. Denn ohne die entsprechenden Zugriffsdaten gehen Dokumente, Fotos und sogar Firmengeheimnisse verloren.

Digitalen Nachlassverwalter bestellen
Im Todesfall treten ohne entsprechendes Testament die Erben in sämtliche Verträge eines Verstorbenen ein. Damit erhalten sie auch Zugang zu den digitalen Daten. Problematisch wird es, wenn diese private Informationen enthalten, die der Verstorbene den Erben nicht bekannt machen möchte. Oder es wird Höchstpersönliches über andere Kommunikationspartner preisgegeben und damit in deren Persönlichkeitsrechte eingegriffen.

Daher sollte man - möglicherweise zusätzlich zu den übrigen Erben - einen »digitalen Nachlassverwalter« bestellen. Dieser erhält im Rahmen einer Vollmacht über den Tod hinaus Informationen, welche Konten existieren und außerdem genaue Vorgaben, wie mit den Daten umzugehen ist. Was geschieht mit Fotos/Videos im Netz? Welche Daten sind zu löschen? Wer soll nach dem Tod noch auf bestimmte Daten, zum Beispiel bei Facebook / Instagram / Whatsapp, Google, Tik Tok oder in E-Mail-Postfächern zugreifen können? Auch sollte er Anweisungen erhalten, was mit den Accounts geschehen soll. Sollen diese in sogenannte Gedenkzustände versetzt werden, sollen Kontoinaktivitätsmanager eingerichtet werden? Welche Konten sollen gelöscht, welche Abos gekündigt werden?

Sie wollen mehr erfahren? Im Rahmen unserer Vorsorgeberatung informieren wir Sie über die für Sie sinnvollen Verfügungen, wie Sie diesen digitalen Nachlass regeln und sich und Ihre Angehörigen am besten absichern. Sprechen Sie Ihren persönlichen Berater an oder informieren Sie sich hier über unsere Vorsorgeberatung.

22.01.2020
Gabriele Wiesner

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Gabriele Wiesner
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