Die Urlaubszeit hat begonnen – aber was ist zu Zeiten von Corona zusätzlich zu beachten?

Für viele Arbeitnehmer hat die lang herbeigesehnte Urlaubssaison begonnen. Begehrte Reiseziele sind nach langem Warten wieder erreichbar, Familien und Freunde wollen besucht werden, man kann endlich wieder etwas erleben. Zeitgleich entnimmt man den Medien vermehrt Nachrichten über neue Corona-Hotspots. Wie geht man aus Arbeitgebersicht damit um, wenn die eigenen Mitarbeiter in die Urlaubssaison starten? Einige wichtige Fragen, die an dieser Stelle beantwortet werden.
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Darf der Arbeitgeber Reisen in Risikogebiete verbieten?
Ihr Mitarbeiter muss Ihnen grundsätzlich nicht angeben, mit wem und wo er den Urlaub verbringt. Sollte der Arbeitnehmer sich in den letzten 14 Tagen jedoch in einem Corona-Risikogebiet aufgehalten haben oder Kontakt zu jemandem gehabt haben, der unter Infektionsverdacht steht oder infiziert ist, muss er dies Ihnen aber mitteilen.

Wenn das der Fall ist, können Sie zur Vermeidung eines Ansteckungsrisikos verlangen, dass sich der Arbeitnehmer vor der Rückkehr in den Betrieb, selbst wenn er keine Krankheitssymptome zeigt, untersuchen lässt. Fehlt der Nachweis, aktuell nicht infiziert zu sein, muss sich der Arbeitnehmer für einen Zeitraum von 14 Tagen ab der Rückkehr aus einem Risikogebiet in häusliche Quarantäne begeben.
Muss während der Quarantäne Lohnfortzahlung geleistet werden?

Reisen Arbeitnehmer wissentlich trotz bestehender Reisewarnung in ein betreffendes Land, handeln sie schuldhaft im Sinne der Entgeltfortzahlungsbestimmungen. Nach den jeweiligen Landesverordnungen der Bundesländer entsteht hieraus die Verpflichtung, sich bei der Rückkehr in Quarantäne zu begeben. Wenn das Verhalten seitens des Arbeitnehmers eine vorübergehende Verhinderung der Erbringung der Arbeitsleistung zur Folge hat, die der Arbeitnehmer durch sein Verhalten verschuldet hat, steht ihm in einem solchen Fall kein Entgeltfortzahlungsanspruch gemäß § 616 BGB zu. Besteht die Möglichkeit, während der Quarantänephase die Arbeitsleistung aus dem Homeoffice zu erbringen, bleibt der Anspruch auf Zahlung des Arbeitsentgelts bestehen.

Wird das Urlaubsland erst nach Antritt der Reise, aufgrund erneut steigender Infektionszahlen, wieder zum Risikogebiet erklärt und hat der Arbeitnehmer nicht schuldhaft gehandelt, hätte er für einen vorübergehenden Zeitraum ggf. einen Lohnfortzahlungsanspruch nach § 616 BGB, sofern er sich bei der Rückkehr in Quarantäne zu begeben hat. Weiterhin ist ein Entschädigungsanspruch für die Zeit der Quarantäne nach § 56 Infektionsschutzgesetz zu prüfen. Nach Vorlage einer durch die Behörde ausgestellten Anordnung einer Absonderung nach dem Infektionsschutzgesetz leisten Sie die Entgeltfortzahlung und können sich diese Zahlungen von der zuständigen Behörde erstatten lassen.

Unter Einhaltung aller gebotenen Vorsichtsmaßnahmen während der Pandemie bleibt zu hoffen, dass alle nach ihrem wohlverdienten und sehnlichst erwarteten Urlaub gesund und erholt wieder zurückkehren und manche der Fragen gar nicht erst zum Tragen kommen.

21.08.2020
Alexandra Navrade

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