Corona-Krise: Spenden leichter abziehbar

Für den steuermindernden Abzug von Spenden im Rahmen der Corona-Krise werden Erleichterungen gewährt. Dies hat das Bundesfinanzministerium (BMF) in einem aktuellen Schreiben bekannt gegeben. Durch Vermeidung von unnötiger Bürokratie soll den Betroffenen schneller Hilfe zukommen.
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Für Spenden auf alle Sonderkonten, die von steuerbegünstigten Spendensammlern eingerichtet wurden, gilt ohne betragsmäßige Begrenzung der vereinfachte Zuwendungsnachweis. Danach genügt als Nachweis der Bareinzahlungsbeleg oder die Buchungsbestätigung (z. B. Kontoauszug) eines Kreditinstituts oder der PC-Ausdruck bei Online-Banking. Dies gilt auch für Spenden, die bis zur Einrichtung eines Sonderkontos auf ein anderes Konto der begünstigten Spendenempfänger geleistet wurden.

Spendenaktionen und Maßnahmen von steuerbegünstigten Körperschaften
Einer gemeinnützigen Körperschaft ist es grundsätzlich nicht erlaubt, Mittel für steuerbegünstigte Zwecke zu verwenden, die sie nach ihrer Satzung nicht fördert. Ruft eine gemeinnützige Körperschaft, die nach ihrer Satzung keine hier in Betracht kommenden Zwecke – wie insbesondere die Förderung des öffentlichen Gesundheitswesens, des Wohlfahrtswesens oder die Förderung mildtätiger Zwecke – verfolgt (z. B. Sportverein, Musikverein, Kleingartenverein), zu Spenden zur Hilfe für von der Corona-Krise Betroffene auf und kann sie die Spenden nicht zu Zwecken verwenden, die sie nach ihrer Satzung fördert, gilt Folgendes: Es ist unschädlich, wenn sie Mittel, die sie im Rahmen einer Sonderaktion für die Hilfe für von der Corona-Krise Betroffene erhalten hat, ohne entsprechende Änderung ihrer Satzung für den angegebenen Zweck selbst verwendet. Die Körperschaft hat bei der Förderung mildtätiger Zwecke die Bedürftigkeit der unterstützen Person oder Einrichtung selbst zu prüfen und zu dokumentieren.

Neben der Verwendung der eingeforderten Spendenmittel soll es ausnahmsweise auch unschädlich für die Steuerbegünstigung der Körperschaft sein, wenn sie sonstige bei ihr vorhandene Mittel, die keiner anderweitigen Bindungswirkung unterliegen, ohne Änderung der Satzung zur Unterstützung für von der Corona-Krise Betroffene einsetzt (z. B. Einkaufsdienste).

Zuwendungen an Geschäftspartner
Zuwendungen eines Unternehmers an durch die Corona-Krise betroffene Geschäftspartner sind in voller Höhe als Betriebsausgaben abziehbar. Der Empfänger hat entsprechend eine steuerpflichtige Einnahme zu verbuchen.

Zuwendungen als Sponsoring-Maßnahme
Unternehmen dürfen Spenden als Betriebsausgaben absetzen, wenn sie damit einen Werbeeffekt erzielen wollen. Das heißt, die Spende muss öffentlichkeitswirksam vermarktet werden, zum Beispiel durch Berichterstattung in den Medien.

Spende direkt vom Arbeitslohn
Verzichten Arbeitnehmer zum Zweck einer Spende durch den Arbeitgeber auf die Auszahlung von Teilen des Arbeitslohns (z. B. für Überstunden), bleibt dieser Lohnanteil steuerfrei. Die so zugewendeten Beträge darf der Arbeitnehmer allerdings nicht zusätzlich als Spende in seiner Einkommensteuererklärung geltend machen.

Der Arbeitgeber muss den gespendeten Arbeitslohn im Lohnkonto aufzeichnen. Auf diese Aufzeichnung kann verzichtet werden, wenn stattdessen der Arbeitnehmer seinen Verzicht schriftlich erteilt hat und diese Erklärung zum Lohnkonto genommen wird. In der Lohnsteuerbescheinigung muss der betreffende Arbeitslohn nicht angegeben werden.

Zuwendung von Aufsichtsratsvergütungen
Auch hier gilt: Wird auf die Aufsichtsratsvergütung zugunsten einer Spende verzichtet, liegt keine steuerpflichtige Einnahme vor.

17.04.2020
Doreen Rieck

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Doreen Rieck
Dipl.-Finanzwirtin (FH), Steuerberaterin
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